FORUM: selbst denken und handeln

Das FORUM Laupen konzentriert sich ausschliesslich auf die Politik in Laupen. Warum das so ist, hat viel mit der Geschichte der Partei zu tun. Ein Rückblick auf die Gründungsjahre.

Die Wahlen 1966 waren der Ursprung. Damals lag die Stimmbeteiligung bei satten 90,7 Prozent. Um den Poly-Sitz von Werner Gilgen zu retten, setzte man auch Ernst Gosteli und Werner Ammon als Parteilose auf die Liste der FDP – mit Erfolg. Sogar Ernst Gosteli sass plötzlich im Gemeinderat, weil er mit seiner ausgeprägten, eigenen Meinung einstand für die Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit des Einzelnen.

Diskussionen allüberall

Damals wehte ein rauer Wind durch den politischen Alltag. Mit der Einführung des Frauenstimmrechts wurden die grauen Eminenzen in den Hintergrund gedrängt. Eine Neuorientierung – eine eigentliche Wachablösung – fand statt. Ernst Gosteli sollte im Gemeinderat ins Abseits gestellt werden. Der Freisinn versagte ihm die Unterstützung. Wo sich Laupener trafen, wurde heftig politisiert. In der Männerriege und bei den Schützen ging es oft hitzig zu. Aber auch in der Feuerwehr, Ernst Gosteli war deren Kommandant, ging man dem politischen Gespräch nicht aus dem Weg.

Man erachtete die Information seitens der Gemeinde als völlig ungenügend. Im Gratisblatt „Der Könizer“ (heute „Sensetaler“) konnten so herrliche, kontroverse politische Beiträge untergebracht werden. Keiner blieb unberührt. Wir um Ernst Gosteli fanden das jugendlich erfrischend. Man ging nicht zimperlich miteinander um. Diplomatische Floskeln waren nicht erwünscht.

Das Forum wird gegründet

Drei Jahre nach den Wahlen, am 4. November 1969 traf man sich in einem Zivilschutzkeller am Eigerweg zu einer letzten geheimen Zusammenkunft, der Gründungsversammlung des FORUMS. Die Berner Zeitung schrieb über die Gründung der neuen Organisation: „FORUM. Dieser Name weckt die Vorstellung von einem Ort, an welchen sich durch bewusste Gegenüberstellung von Pro und Kontra Meinungen bilden können, die auf  ein Mindestmass an Manipulation und ein Höchstmass an Information abstellen.“

Den Worten folgen Taten

Eine Woche später wurde das FORUM offiziell vorgestellt. Im damaligen Restaurant Saanebrücke traf man sich, unterschrieb und war Mitglied. Erneut schrieb die Berner Zeitung über die Organisation: „Partei oder nicht? Dies gab am meisten zu reden. Ein Interessengruppe, die nur wegen dem Schulhausprojekt entstanden ist? Den schönen Worten müssen ebensolche Taten folgen.“ Und diese Taten folgten schliesslich; im Februar 1970 fand im „Bären“ ein Vorstellungsabend statt, die Gemeinderatswahlen 1970 brachten die erwarteten Resultate: Ernst Gosteli und Werner Ammon wurden als Gemeinderäte für das FORUM gewählt; in jeder Kommission fand das FORUM seinen Vertreter.

Sechs Grundsätze und ein Erfolgsrezept

Dieser Erfolg hat sich bis heute gehalten. Das Rezept ist einfach wie bestechend: Das FORUM Laupen konzentriert sich ausschliesslich auf Laupener Themen. In einer Zeit der zunehmenden Globalisierung ist ein Konzentrieren auf die Anliegen der Gemeinde immer wichtiger.

Toni Beyeler ist pensionierter Primarlehrer, alt-Gemeinderat und Gründungsmitglied des FORUM Laupen.

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